Werbeerholung – Ausruhen für das Auge

Wer auf diese Häuser schaut, muss nach Werbung suchen.

Khalki auf der Westseite von Rhodos gelegene Insel

Chalki auf der Westseite von Rhodos gelegene Insel

Im Hafen von Chalki war es genau so, wie in Rhodos oder Lindos. Auf unserem SEEminar rund um Rhodos entdeckten wir einen Erholungsaspekt in der Abwesenheit der ständigen Reizüberflutung durch Werbung. Zwar gibt es auch hier Restaurant-Schilder, aber sie haben ein „menschlicheres Maß“, informativ, auch hin und wieder verziert. Ansonsten zeigen sich die Häuser auch an der Uferpromenade überraschend Werbefrei.

Auch in den Gassen von Lindos fanden wir zwar Schilder und Schriftzüge für Bars, Hotels und Restaurants, jedoch die ständig begleitende Bewerbung von Veranstaltungen, Plakatwänden mit Mobilfunkanbietern oder Autoreklame die man in Deutschland findet, musste man suchen.

Nichts desto trotz waren unsere Sinne äußerst angespannt, sehr gebraucht und überraschend geschärft. Bei der windarmen Nachtwache am Südende von Rhodos zum Beispiel, wo das Wasser verschiedenste Stimmungen begleitete. Auch bei rasanter Fahrt, um aus dem Rauschen des Rumpfes in der Welle die Optimierung des Kurses vorzunehmen.

„Was uns erschöpft, ist die Nichtinanspruchnahme der Möglichkeiten unserer Organe und unserer Sinne, ist ihre Ausschaltung, Unterdrückung … Was aufbaut, ist Entfaltung. Entfaltung durch die Auseinandersetzung mit einer mich im Ganzen herausfordernden Welt.“
(Hugo Kükelhaus)

Aus diesen Sinnestätigkeiten schöpfen wir Ressourcen und gestalten die Entscheidungen für Morgen. Zu viel der Beanspruchung jedoch kann ebenso lähmen:

„Das Leben lebt vom Reiz. Der Reiz seinerseits ist wiederum etwas sehr Verletzliches – das heißt, er darf weder zu stark noch zu schwach sein. Schwache Reize führen zur Entstehung von Organen, mittelstarke kräftigen sie; starke Reize hemmen und überstarke Reize zerstören.“
(Hugo Kükelhaus)

Konkret bedeutet dies: Durch die leisen Wellen und die schwachen Abweichungen vom Gewöhnlichen, werden unsere Sinnesorgane geweckt. Die Windveränderungen an den Ohren, die Veränderungen des Lichts beim Sonnenuntergang… Mit der entschleunigten Welt des Segelns, fördern wir hier unsere Sinnesorgane und ermöglichen somit ein Schöpfen aus uns heraus, statt ein Erschöpft-Sein.

Im SEEminar spielt die Zeit eine wichtige Rolle. Zeit für Gespräche, Zeit für das Nutzen der Sinne in purer Natur. Zeit für Begegnung und Austausch und die erschwerte Möglichkeit den entschleunigten Rahmen zu verlassen. Das macht die Lern-Erfahrungen nachhaltig.

 

Ein Kommentar

  1. Sven von der Reith

    Sieben Tage auf dem Schiff, die ganz sicherlich den Kopf frei machen. Bei spätsommerlichen Temperaturen und wahrscheinlich angenehmen Winden, das gute Klima und die unterschiedlichen Kulturen genießen und dabei Energie für den Jahresendspurt tanken. Wir werden aber auch eine intensive Zeit erleben, die neue Inspiration für die Aufgaben als Lebenspartner, Vater und Freund sowie für den Beruf geben wird. Von Erholung, Spaß und guter Laune mal ganz abgesehen.
    All dies hatten wir den Teilnehmern vor Beginn des SEEminars angekündigt. Ich denke, dass dieses Foto alles in ein Bild packt.

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