… Nur die Zukunft lässt sich ändern

in der besinnliche Zeit zwischen den Jahren, bewegen wir viele Gedanken und schmieden vielleicht Pläne für das neue Jahr. Wir schauen auch zurück und entdecken Lern- und Erfahrungssituationen im vergangenen Jahr. Es entstehen Pläne und Analysen. Eines ist dabei ganz gewiss: Wenn ich mich ab heute anders verhalte, wird sich meine Zukunft ändern.

Nur die Zukunft lässt sich ändern – schoss es mir durch den Kopf, als ich diesen Artikel begann. Und nun stehe ich vor dem Geheimnis vieler unbeantworteter Fragen.
Woher weiss ich, ob ich mit meinem geänderten Verhalten die Zukunft ändere? Natürlich kann ich mir bewusst machen, wenn ich ab sofort kein Fleisch mehr esse, dass dann für mich kein Schwein mehr geschlachtet werden muss. Ändere ich damit aber die Zukunft? Ändert es etwas an der Massentierhaltung und der Umweltbelastung?
So einfach ist es also nicht. Es müssen schon mehrere Menschen sich zu diesem Schritt entscheiden, um etwas zu verändern.
Meine Zukunft hat sich doch aber dann verändert!

Hinter diesem Gedankengang wird deutlich, dass das Spektrum der Antworten sehr abhängig ist von zwei Faktoren:
1. Zukunft bezieht sich immer auf eine individuelle Person oder ein individuelles Wesen.
2. Zukunft von Gesellschaft oder Regionen  zu verändern, benötigt Vernetzung, Kommunikation, Gespräch.

Ich höre schon den Einwand: „Und was ist mit der Atombombe auf Hiroshima oder den Tsunamikatastrophen in Sri Lanka oder Japan?“

Diese Einwände sind gerechtfertigt, wenn man von anderen Voraussetzungen als ich ausgeht. Der Abwurf der Atombombe war vielleicht eine Tat eines Einzelnen Piloten. Umweltkatastrophen geschehen ohne eine bewusste Entscheidung eines Menschen … So oder so liesse sich nun dieser Dialog weiterführen, abhängig von den jeweiligen Erfahrungen und Wissenshintergründen der am Dialog beteiligten. Was mich aber fasziniert, ist dabei die Wertschätzung für die Vergangenheit, aus der ich meine Entscheidungen für mein zukünftiges Handeln treffe. Und mein Lernen aus den Vergangenheiten der Dialogpartner. Konkret: Im Jahresrückblick erkenne ich manch eine Situation, die mir zur Zeit ihres durchlebens negativ vorgekommen ist, als durchaus positiv an. C.v.Houten bringt den Begriff des Schicksalslernens ein. Das kann ich in dieser besinnlichen Zeit nachvollziehen. Mit dieser Besinnung auf die Vergangenheit ändert sich auch meine Beurteilung der Zukunftsmöglichkeiten, es entstehen andere Entscheidungsräume. Es ändert meine Haltung, meine Fokussierung, meine Gegenwart.
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Vielleicht liegt das Geheimnis des Titels dieses Beitrages in dem Wort „andern“. Änderungen haben etwas mit zeitlichem Verlauf zu tun. Sie haben etwas mit dem dynamischen Umfeld der sekündlich neuen Gegenwart zu tun, als magische Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft.

„Nur die Zukunft lässt sich ändern“ kann ich nun konkretisieren: für meine Zukunft will ich mich anders verhalten. Wenn dieses geänderte Verhalten von Anderen wahrgenommen und gewertschätzt werden kann, dann ändert sich vielleicht auch die Zukunft…

Einen guten Start ins neue Jahr!

 

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